Wie wächst man in der Krise?

Die Shopgate GmbH wächst nicht nur durch seine Kund*innen, sondern auch durch erfolgreiches Recruiting und dank treuer Mitarbeiter*innen. Doch wie jede Branche hat auch uns die Krise und ihre Folgen beeinträchtigt. Ein Interview mit Marilena Reh und Nadine Zimmermann über die Herausforderungen im Personalwesen, über Frauen in der IT und den alltäglichen Wahnsinn.

SG: Marilena, Nadine, kann man sagen, dass ihr beide dafür verantwortlich seid, dass Mitarbeiter*innen bei Shopgate inzwischen vor allem vom Strand aus arbeiten?

Marilena: *Lacht* Weiß ich nicht, ob man das so sagen kann. Also ja, wir haben hart daran gearbeitet, dass unsere Kolleg*innen maximale Flexibilität haben. Wer remote arbeitet sollte diesen Freiraum auch bekommen. Das heißt, dass man wirklich in ganz Deutschland und im europäischen Ausland arbeiten kann, wenn man das will. Die Ausnahmen sind Großbritannien und die Schweiz. Aktuell reizen diese Freiheit aber noch recht wenige aus. Aber die Remote-Regelung wird sehr gut angenommen.

Nadine: Und das ist natürlich auch wichtig im Recruiting. Remote-Work, oder wie es bei uns heißt „mobiles Arbeiten“ ist jetzt schon nicht mehr wegzudenken. Die Leute freuen sich über diese Möglichkeit der Flexibilität. Das ist ein großer Benefit für unser Recruiting. Würden wir diesen nicht anbieten, hätten wir es bestimmt schwerer. Ich war erst kürzlich auf einer Konferenz als Rednerin und habe dort über unser Recruiting und das Arbeits-Modell von Shopgate gesprochen. Nach der Veranstaltung habe ich mich mit vielen Teilnehmer*innen ausgetauscht und da war das Thema Homeoffice immer wieder ein Thema. Eine der Teilnehmerinnen kam auf mich zu und meinte „Bei uns in der Firma laufen reihenweise die Leute davon, weil sie nur zwei bis drei Tage Homeoffice in der Woche ermöglichen.“ Das ist schon krass.

SG: Die Shopgate GmbH ist ja zuletzt um mehr als 10 Prozent gewachsen und jeden Monat fangen neue Kolleg*innen an. Irgendwas scheint ihr wohl richtig zu machen, oder?

Marilena: Es wirkt auf jeden Fall so, oder? Und das Lob nehmen wir auch gerne an, einfach, weil es sehr gut tut! Dennoch: mobiles Arbeiten und Remote-Work bedeutet für uns nicht nur ein gutes Argument für Shopgate, sondern auch eine gewaltige Herausforderung.

SG: Warum?

Marilena: Ganz einfach. Wir konkurrieren mit dieser neuen Regelung eben ganz direkt nicht nur mit Unternehmen in unserer Region, sondern in ganz Deutschland. Und das bringt ganz neue Aufgaben, Fragen und Problemchen mit sich. Für uns im HR ist Remote-Work also ein zweischneidiges Schwert, da wir als Arbeitgeber immer attraktiv sein wollen. Einfach, da wir gegen viele andere Leuchttürme bestehen.

Nadine: Wenn man nochmal aufs Recruiting blickt, entstehen hier sogar noch weitere Herausforderungen. Denn, wenn man für Arbeitnehmer*innen aus der ganzen EU interessant wird, dann begegnet man auch vielen kulturellen Themen, welche man davor nicht einmal erahnen konnte. So haben auch wir schon mal die Erfahrung gemacht, als Sprungbrett genutzt zu werden, um sich innerhalb Deutschlands weiter umzusehen. Das tut uns natürlich weh, da wir viel in unsere Kolleg*innen investieren und auch sehr darauf schauen, dass jeder Mensch wirklich auch zu uns passt.

SG: Wie wichtig ist denn die Komponente „Charakter“? Also wie entscheidend ist vor allem auch der Mensch und nicht nur seine Fähigkeiten oder Erfahrungen im Einstellungsprozess?

Marilena: Wir bei Shopgate sind stolz auf unsere Unternehmenswerte und vor allem auf das Miteinander. Es mag kitschig klingen, aber wir empfinden unsere Belegschaft schon auch als Gemeinschaft und legen wirklich Wert auf einen wahren Team-Spirit. Daher achten wir stark auf das Mindset von Bewerber*innen und auch darauf, ob diese zu den Menschen passen, mit denen sie zusammenarbeiten sollen. Gleichzeitig versuchen wir natürlich das Gemeinschaftsgefühl weiter zu stärken – vor allem durch Events, Feiern… durch ein Miteinander. Auch wenn das nicht einfacher wird, wenn immer mehr Menschen nur noch selten vor Ort bei uns im Schloss in Butzbach sind.

SG: Nadine, du bist ja sowas wie die Türsteherin, die Gatekeeperin, von Shopgate. Würdest du das so unterschreiben?

Nadine: Ich glaube nicht, dass ich sowas wie eine Gatekeeperin bin.

Marilena: Doch. Doch, würde ich schon sagen. Du schaust ja im Erstgespräch vor allem auch darauf, ob es menschlich passt. Erst dann geht es weiter im Bewerbungsprozess. Du bist aber auch eine Türöffnerin!

Nadine: Ja, stimmt. Im Erstgespräch geht es darum, sich kennenzulernen. Dabei frage ich auch ein paar persönliche Dinge und versuche zu verstehen, was die Bewerber*innen motiviert. Ich versuche zu verstehen: „Was findet diese Person cool?“ „Was ist das für eine Person?“ Ich stelle aber auch immer die Frage: „Was möchten Bewerber*innen?“ Und in dieser Funktion bin ich dann auch eine Beraterin. Denn nicht immer passt es. Wenn ich aber von Bewerber*innen überzeugt bin, dann kämpfe ich auch für sie.

SG: Welche drei Softskills sind in euren Augen besonders wichtig bei Bewerber*innen?

Nadine: Eines vorweg: Wir suchen natürlich Expert*innen und Fachkräfte, die Shopgate mit ihrer Kompetenz weiterbringen. Das heißt, dass wir natürlich auch stark auf die Qualifikationen schauen. Immerhin erwarten auch unsere Kund*innen von uns höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Geht man jedoch den Schritt weiter, dann muss man klar sagen, dass vor allem das mobile Arbeiten einige wichtige Softskills notwendig macht. Dazu gehören Teamfähigkeit, die Fähigkeit eigenverantwortlich zu arbeiten, eine Leidenschaft für die Themen, mit denen man täglich zu tun hat und eine große Aufgeschlossenheit für neue Dinge und Herausforderungen.

SG: Recruiting im IT-Bereich muss nochmal eine besondere Herausforderung sein. Wie sehr erfüllen eigentlich die Menschen in diesem Bereich die Klischees?

Nadine: Auch nicht mehr als andere, würde ich sagen. Durch meine Ausbildung zur Fachinformatikerin habe ich natürlich auch einen kleinen Vorteil. Das heißt, ich weiß, wie es in den anderen Büros zugeht, spreche die Sprache der Kolleg*innen und kenne zum Beispiel den Unterschied zwischen Java und JavaScript. Meiner Meinung nach muss ich einen Job nicht ins kleinste Detail verstehen. Wichtig ist ein gewisses Basiswissen, damit ich mit den Mitarbeiter*innen und Kandidat*innen auf Augenhöhe kommunizieren kann.

Marilena: *lacht* Ich wüsste jetzt nicht wo der Unterschied ist bei Java…

Nadine: *Schmunzelt* Wobei du es sicher schnell lernen würdest, wenn es wichtig wäre im Alltag.

Marilena: Kann gut sein. Aber das können andere sicher viel besser. *lacht*

Nadine: Was ich damit sagen möchte: Ich habe sicherlich einen kleinen Vorteil, der aber nicht uneinholbar ist. Und ich weiß auch, dass diese Klischees vom sozial abgehängten Computernerd nicht stimmen und nur von Menschen genutzt werden, die vielleicht nicht die Einblicke haben wie wir. Unsere Kolleg*innen hier bei Shopgate sind ganz normale Leute. Viele machen regelmäßig gemeinsam Sport, spielen in ihrer Freizeit Videospiele und haben Kinder und Familien. Alle unsere Büros haben große Fenster und keines davon ist abgeklebt!

Wer sind die Menschen hinter Shopgate? Auf Instagram verraten wir es!

SG: Und trotz deiner Erfahrung sind Frauen auch bei Shopgate vor allem in der Entwicklung recht unterrepräsentiert. Warum ist das so?

Nadine: Das liegt nicht an mir! Es liegt daran, dass wir nur die Leute einstellen können, die sich bewerben. Ich weiß noch in meiner Ausbildung, da waren wir auch gerade einmal zwei Mädels auf gut 70 Jungs. Frauen sind in diesem Berufsfeld einfach generell kaum vertreten.

Marilena: Das liegt natürlich auch daran, dass sich viele Frauen noch immer in Schubladen pressen lassen und klassische Familienbilder übernehmen, in denen die Mädchen keine technischen Berufe wahrnehmen. Das muss ich so deutlich sagen, das ist ein Problem der Erziehung. Wenn ich einem Mädchen immer wieder zu verstehen gebe, dass gewisse Dinge zu schwierig sind, wird sie es irgendwann glauben. Daher kann ich nur allen Eltern zurufen, die dieses Interview lesen: „Erzieht eure Töchter anders!“

SG: Wenn also jetzt eine Frau kommt, dann würdet ihr sie mit Handkuss nehmen?

Nadine: Vielleicht. Am Ende geht es noch immer um die Qualifikation und das Menschliche. Im Vorgespräch klopfe ich wie gesagt viele Dinge ab, darunter eben was die Menschen von einer Anstellung bei Shopgate erwarten. Ich frage aber auch, was absolute No-Go´s sind. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass die Kandidat*innen bei Shopgate langfristig glücklich sein können, ergibt es in meinen Augen auch Sinn.

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